Wie bereits angekündigt gibt es heute das Interview mit Jens Munser von http://www.jmd.de. Jens und sein Team designen den Großteil unserer Motorsport-Helme.

TS: “Herzlich Willkommen und danke für deine Zeit für ein kleines Interview. Jens Munser, Designer von Motorsporthelmen – wie fängt sowas an?“

JM: „Das fängt damit an, dass man Motocross fährt, das als Hobby betreibt und sich wundert, dass es in Amerika gut gestylte Helme gibt, die zur Bekleidung gepasst haben. In Deutschland gab es sowas eben nicht, sondern nur die Helme von der Stange. Mir hat das gut gefallen, ich hab dann nach jemanden gesucht der sowas lackieren kann und da ich niemand gefunden habe in Deutschland musste ich das selbst machen. Es war nicht ganz einfach sich das Wissen anzueignen, aber es war dann immer mein Ziel Helme zu stylen und das hat mich angetrieben.“

TS: „Wann hast du deinen ersten Helm gemacht?“

JM: „Das war 1993. Da habe ich meinen ersten Helm „gewerblich“ gemacht. Bis dahin hatte ich mich mit Airbrush beschäftigt, mir das Wissen angeeignet, Lackierern über die Schulter geschaut, aber ab 1993 kamen die ersten Helme dabei raus.“

TS:“ Warst du mit deinem ersten Helm zufrieden ?“

JM: „(lacht) Ne den hab ich dann kurz hinterher wieder abgeschliffen. Das war damals mein Motocross-Helm, das hatte mir nach einem Jahr dann doch nicht mehr so gefallen. Jetzt ärgere ich mich natürlich, denn das wäre mein erster Helm gewesen. Die zweite Version gibt’s aber immer noch.“

TS: „Wieviele professionelle Fahrer habt ihr jetzt, die ihr beliefert?“

(Felipe Massa – mein persönlicher Helmdesign-Favorit von Jens)

JM: „Aus der Formel-1 sind es derzeit 8 Fahrer. Dazu noch einige aus der DTM und GP2“

TS: „Wie beginnt ihr mit dem Designentwurf, wenn ein Fahrer zu euch kommt?“

JM: „Wir versuchen das Design zuerst einzugrenzen. Was will der Kunde, was sind seine Vorstellungen. Dazu hilft meistens ein Blick auf unsere Homepage (www.jmd.de) , da haben wir 600 Helmmodelle online und man kann sich gewisse Grundideen aussuchen, damit wir nicht ganz im Dunkeln tappen. Danach werden erstmal Kosten und Wartezeit geschätzt und dann beginnen wir mit einer Computersimulation der Lackierung. Dann schicken wir es an den Kunden und verändern es solange bis der Kunde zufrieden ist.“

TS:“ Habt ihr einem Fahrer schonmal von einem Produktdesign abgeraten? Und wenn ja, warum?“

JM: „Details, die man mit dem Fahrer bespricht und sagt „lass das lieber, das passt nicht zusammen“. Ganze Designs eigentlich nicht. Wenn dann eher in Fällen, bei denen wir von vorneherein sagen das sollte man lieber nicht tun. Ein klassischer Fehler, den manche machen ist z.B. einen Farbverlauf von Gelb nach Schwarz: das ergibt immer Braun dazwischen. Das sieht vielleicht am Computer noch gut aus oder in deinem Kopf, aber in der Praxis wirkt es eben unsauber und schmutzig.

TS: „Welche Bedeutung hat das Helm-Design für einen Formel-1 Fahrer?“

JM: „Eine sehr große – der Helm ist ja die einzige Fläche, bei der sie selbst entscheiden können wie er gestaltet wird. Das Auto, der Overall und alles andere sind ja vorgegeben. Das ist den Fahrern auch ausgesprochen wichtig.“

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Interview Jens Munser, Helmdesigner - Teil 15.051